Beim 2.
Internationalen Frauen-Futsal-Cup waren es am Ende die Frauen von
Sparta Prag, die sich den Siegerpokal sichern konnten. Im Finale setzte
sich die Mannschaft aus Prag mit 4:5 nach Sechs-Meter-Schießen gegen
die Frauen vom FC Bayern München durch.
Somit waren es die
beiden schon im Vorfeld leicht favorisierten Mannschaften, die den Sieg
in einer für die Zuschaucher spannenden Partie unter sich ausmachten.
Sie setzten damit den Schlusspunkt eines technisch hochklassigen und
unterhaltsamen Turniers.
Es war schon eine
Überraschung, dass beim 2. Internationalen Frauen-Futsal-Cup in der
Mehrzweckhalle in Maxhütte-Haidhof am Ende nicht Top-Favorit FC Bayern
München sondern die Mannschaft des AC Sparta Prag am lautesten jubelte.
Zwar hatten die Bayern-Damen ihre Vorrunde klar dominiert und ebenso
den Halbfinal-Gegner FC Wacker Innsbruck, aber im Finale traf das Team
von Nationalspielerinnen, allen voran Weltmeisterin Melanie Behringer,
auf erbitterte Gegenwehr seitens des tschechischen Rekordmeisters. Nach
der regulären Spielzeit stand es 2:2 – und so musste das
Sechsmeter-Schießen die Entscheidung bringen.
„Alle, die heute
nicht hier in der Halle waren, haben etwas versäumt. Wir haben
herrlichen Fußball gesehen“, brachte es BFV-Bezirksvorsitzender Max
Karl bei der Siegerehrung auf den Punkt. Beste Werbung für den
Frauenfußball und für Futsal war die zweite Auflage des Internationalen
Frauen-Futsal-Cup, dessen Teilnehmerfeld mit Teams aus Deutschland,
Tschechien, Österreich und der Schweiz noch attraktiver war. Die Liste
der Nationalspielerinnen in den Reihen der sechs teilnehmenden Vereine
FC Bayern München, FFC Wacker München, FC Wacker Innsbruck, FC Zürich,
AC Sparta Prag und FC Viktoria Pilsen ist lang. Die Spielerinnen boten
den Zuschauern schnellen und technisch guten Fußball. Dieses
Hallenhighlight hätte noch mehr Zuschauer verdient gehabt.
Georg
Müllner (Amberg) vom Bayerischen Frauen- und Mädchenfußball-Ausschuss,
der Veranstalter des 2. Internationalen Frauen-Futsal-Cups war, zeigte
sich dennoch vollauf zufrieden. Aus mehreren Gründen: War es doch
gelungen, das Teilnehmerfeld um die Rekordmeister FC Zürich und AC
Sparta Prag zu erweitern und den Zuschauern wieder „technisch tollen
Fußball“ zu bieten. Außerdem kamen bei dem Turnier 1050 Euro für das
Hilfsprojekt des BFV für den Fußballverband in Mosambik zusammen. Das
Geld stammt aus einer Losaktion (800 Euro) sowie einer Spende des FC
Bayern München. Die Mannschaft stellte ihre Prämie von 250 Euro zur
Verfügung, die es für Platz zwei gab.
Der Internationale
Frauen-Futsal-Cup ist eines der Ergebnisse der Kooperation zwischen dem
BFV und dem Fußballverband der Tschechischen Republik. Weitere
Aktionen, die vom Frauen- und Mädchenfußballausschuss gestartet wurden,
sind beispielsweise die Teilnahme der U 14-Auswahl an einem Hallturnier
in Prag sowie bayerisch-tschechische Fußball-Camps im
Juniorinnen-Bereich. Wie aber kam der Internationale Futsal-Cup nach
Maxhütte-Haidhof? „Wir brauchen als Ausrichter vor Ort einen Verein,
auf den wir uns voll und ganz verlassen können“, erläutert Müllner. Und
das war bereits bei der Premiere der SV Leonberg – das Team um Gerhard
Rajzer. Auch für die perfekte Organisation der zweiten Auflage am
Samstag gab es Lob von allen Seiten für den SVL.
Für Georg
Müllner, der auch BFV-Beauftragter für die Partnerschaft mit dem
tschechischen Fußballverband ist, gab es beim Turnier „ein Wiedersehen
mit vielen Mädchen, die durch unsere Auswahlarbeit gegangen sind. Das
Schöne ist, sie sind alle sehr natürlich geblieben, nicht abgehoben.“
So schrieben vor allem die Spielerinnen des FC Bayern, allen voran
Melanie Behringer, den ganzen Tag geduldig Autogramme – vor allem für
die jungen Fans. Den weiblichen Fußball-Nachwuchs will der BFV auch für
künftige Futsal-Hallenturniere begeistern. Denn bei den Damen scheitere
es immer an zu wenig Meldungen, so Müllner. „Für Teams, die technische
Probleme haben, ist Futsal sicherlich schwirieger, aber auch eine gute
Technikschulung. Futsal kostet sehr viel Kraft.“
Diese zeigte
erneut Vorjahressieger FC Bayern München, der nach zwei Siegen in der
Vorrunde gegen FC Viktoria Pilsen und den FC Zürich sowie einem klaren
6:0-Erfolg im Halbfinale gegen FC Wacker Innsbruck souverän ins Finale
durchmarschierte. In Vorrundengruppe B war der AC Sparta Prag die
dominierende Mannschaft. Das zweite Halbfinale war so eine rein
tschechische Begegnung zwischen Prag und Pilsen, in der es nach der
Spielzeit von zweimal sieben Minuten 2:2 stand. Das
Sechs-Meter-Schießen musste entscheiden. Jedes Team durfte dafür fünf
Schützinnen benennen. Als alle zehn geschossen hatten – immer noch
Unentschieden. Als nächstes mussten die Torfrauen ran, beide vergaben.
Also machten wieder die Feldspielerinnen weiter, bis schließlich der
knappe 8:7-Sieg für AC Sparta Prag feststand.
Auch das Spiel
um Platz 5 zwischen dem FC Zürich und FFC Wacker München wurde im
Sechs-Meter-Schießen entschieden. Und hier wurde eine Oberpfälzerin zur
zentralen Figur. Die Ambergerin Isabell Rokitte, die seit 2007 das Tor
des Zweitligisten FFC Wacker München hütet, parierte alle
Sechs-Meter-Schüsse der Züricher Spielerinnen und sicherte ihrem Team
damit Platz fünf.
Ebenfalls sehr spannend war das „kleine
Finale“ zwischen FC Wacker Innsbruck und FC Viktoria Pilsen. Sah es bis
zwei Minuten vor Schluss dank einer 2:0-Führung nach einer klaren Sache
für die Gäste aus Österreich aus, gelang Pilsen noch der
Anschlusstreffer. Jetzt drängte das tschechische Team auf den
Ausgleich, ehe Innsbruck Sekunden vor Spielende mit dem dritten Treffer
alles klar machte.
Im Finale ging
Favorit FC Bayern München, der auch die volle Unterstützung von den
Rängen hatte, wie erwartet in Führung. Doch Prag drehte die Partie und
lag bis kurz vor Schluss mit 2:1 in Front. Dann bekam die tschechische
Mannschaft sogar eine gute Möglichkeit, die Entscheidung
herbeizuführen. Denn nach dem fünften Mannschaftsfoul des FC Bayern gab
es einen direkten Freistoß ohne Mauer für Prag. Doch der Schuss ging
über das Gehäuse von Bayern-Torfrau Ulrike Schmetz. Besser machte es
wenige Sekunden später Melanie Behringer, die nach dem fünften
Mannschaftsfoul des AC Sparta Prag den fälligen Freistoß sicher zum 2:2
im Tor versenkte. So musste auch das Finale des 2. Internationalen
Frauen-Futsal-Cups im Sechs-Meter-Schießen entschieden werden. Und da
hatten die Spielerinnen von Sparta Prag die besseren Nerven bzw. das
nötige Glück.
Die Schirmherrin des Turniers, Bürgermeisterin
Dr. Susanne Plank, Landrat Volker Liedtke, BFV-Bezirksvorsitzender Max
Karl und Georg Müllner übergaben nach dem Turnier Pokale, Wimpel und
die Siegprämien an die Spielführerinnen. Dr. Susanne Plank dankte den
Teams für „spannende und wunderbare Spiele, die zum Glück
verletzungsfrei über die Bühne gegangen sind.“ So hatten die
Schiedsrichter Ludwig Held, Manfred Naber, Johannes Gottschalk und
Daniel Darandik keinerlei Probleme. Bei der anschließenden
Players-Night gab es für die Mannschaften ein Büfett und Live-Musik.